Der Demografiekongress wird 2022 zum Kongress Demografie und Nachhaltigkeit weiterentwickelt

Acht Milliarden Menschen werden spätestens in drei Jahren auf der Erde leben; bis 2050 werden es mehr als neun Milliarden sein. Der weit überwiegende Teil des Zuwachses der Weltbevölkerung wird in den Ländern des globalen Südens stattfinden. In Afrika wird sich die Bevölkerung bis 2050 auf rund 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Die Bevölkerungszunahme hat gravierende Konsequenzen: der Ressourcenverbrauch steigt weiter an und die Dichte der Bevölkerung wird erheblich zunehmen (Urbanisierung). Die Tragfähigkeit der Erde wird das globale und für die Menschheit entscheidende Leitthema im 21. Jahrhundert.

In Deutschland - und weitgehend in ganz Europa - zeigt sich der demografische Wandel gänzlich anders: Wir werden weniger und immer älter. Eine älter werdende Industrie-Gesellschaft ist (dauerhaft) mit zu niedriger Produktivität konfrontiert, die den Wohlstand gefährdet. Die Gesundheitsausgaben steigen durch die Zunahme chronischer Erkrankungen und den Pflegebedarf. Wir brauchen gesteuerte Fachkräfte-Zuwanderung, die Produktivität und Wohlstand sichert. Bis 2030, so die Bundesagentur für Arbeit, benötigt Deutschland jährlich 400.000 Zuwanderer zur Lösung des Fachkräfteproblems.

Wir müssen die Gesundheit der Menschen, die Bekämpfung der Klimakrise sowie den demografischen Wandel zusammenhängend betrachten und integrative Lösungen erarbeiten. Beispielsweise geht es um die Sicherung der Ernährung angesichts der Zunahme der Weltbevölkerung, die Entwicklung grüner Städte, den Schutz vulnerabler Gruppen etwa in Hitzeperioden und eine verbesserte Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen. Zur besseren Krisenvorsorge sind enorme Investitionen erforderlich. Nachhaltiges Wachstum wird insofern zu einer Überlebensfrage für die Menschheit.

Der Kongress Demografie und Nachhaltigkeit wird die beschriebenen Themen für den deutschsprachigen Raum mit hochrangigen Expertinnen und Experten erörtern, die Konzepte der Bundespolitik und der Kommunen diskutieren und zahlreiche konkrete Projekte präsentieren. Besonderes Augenmerk legen wir auf das Gesundheitssystem, das enorm viele Ressourcen verbraucht. Der Kongress Demografie und Nachhaltigkeit ist eine Plattform zum Austausch und eine Werkstatt zur konkreten Gestaltung eines nachhaltigen Gesundheitssystems. Die notwendige internationale Kooperation einer erfolgreichen Nachhaltigkeitspolitik und Bekämpfung der Klimakrise erörtern wir mit den relevanten politischen Entscheidern. Berlin ist der richtige Ort für diesen Ansatz.

Seien Sie mit dabei! Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

 

Ulf Fink, Senator a.D., eröffnet den 13. Demografiekongress