Der Demografiekongress 2020

Zentrale Idee des Demografiekongresses ist die Gestaltung einer Gesellschaft des langen Lebens. Dies bleibt weiterhin ein wichtiges Zukunftsthema. Die Corona-Pandemie zeigt aber eindeutig: Jeder von uns ist verwundbar, und besonders ältere Menschen sind sehr gefährdet. Deshalb wollen wir auf dem Kongress auch grundlegend erörtern, wie unsere Sicherheitsarchitektur in Medizin und Pflege verbessert werden muss.

Beim 12. Demografiekongress möchten wir dem Rechnung tragen, indem wir mindestens folgende Foren vorbereiten: Covid-19 und ältere Patienten – sind die Kliniken ausreichend vorbereitet?; Corona und der Digitalisierungsschub – Telemedizin, Videosprechstunde und mehr; Corona-Pandemie – Konsequenzen für Medizin und Pflege aus politischer Perspektive.

Wir müssen über den Tellerrand der Medizin, der Pflege und kommunalen Gestaltung des demografischen Wandels hinausblicken. Durch die weltweite Abholzung wird die Biodiversität – das Immunsystem der Erde – durch Monokulturen enorm reduziert; gefährliche Viren können sich durch die Nähe zum Menschen schneller verbreiten. Nachhaltiges Wirtschaften würde uns mehr schützen. Für Deutschland bedeutet dies etwa, wie zur Sicherung der Ernährung eine Wiederbelebung regionaler Versorgungskonzepte – auf Basis einer Bio-Landwirtschaft - umgesetzt werden kann.

Wir haben uns deshalb dazu entschieden, die Eröffnungsveranstaltung des Kongresses unter das Thema: Demografie, Klimawandel und Nachhaltigkeit zu stellen. Zur Einführung in dieses Thema konnten wir den ausgewiesenen Experten, ehemaligen Bundesumweltminister und Gründungsdirektor des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung, Prof. Dr. Klaus Töpfer, gewinnen.

Die wichtigen Themen Personalgewinnung und -entwicklung, Digitalisierung und Robotik, Altersmedizin und Pflege sowie kommunale Gestaltung des demografischen Wandels werden auf dem Kongress mit vielen Praxisbeispielen wie gewohnt erörtert.

Personal & Fachkräftegewinnung

Der Wettbewerb um Fachkräfte nimmt ruinöse Züge an; insbesondere die ambulante Pflege ist hier kaum mehr wettbewerbsfähig. Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind häufig attraktiver. In zahlreichen Kommunen können Arztsitze nicht mehr besetzt werden. Krankenhäuser müssen Abteilungen zweitweise schließen, weil nicht genügend Pflegekräfte vorhanden sind. Dies zeigt: Neue Strategien zur Personalgewinnung werden allein nicht reichen. Die Versorgung muss effizienter werden. Wir brauchen u.a. mehr Arbeitsteilung in der Medizin und Pflege.

Beim Demografiekongress diskutieren Experten erfolgversprechende Wege zur Anwerbung von Fachkräften aus Drittstaaten, die Integration dieser Zuwanderer in Deutschland, die Gestaltung der Pflegeausbildung unter Attraktivitätsgesichtspunkten für den Beruf und vor allem, wie Mitarbeiter in der Pflege zu halten sind.

Digitalisierung & Robotik


Projekte zur Digitalisierung, zum Einsatz von Robotik und Assistenzsysteme in der Pflege sowie die Nutzung künstlicher Intelligenz und telemedizinischer Lösungen in der Medizin sind keine „Add-ons“ der Versorgung. Sie müssen schneller eingeführt und umgesetzt werden, um mit weniger Arbeitskräften mehr (ältere) Menschen im Gesundheitssystem zu versorgen. Beim Demografiekongress werden wie immer zahlreiche Praxisprojekte aus diesen Bereichen vorgestellt.

Pflege & Altersmedizin

Sollten Kranken- und Pflegeversicherung zusammengelegt werden? Müssen Kommunen den Sicherstellungsauftrag der ambulanten medizinischen Versorgung übernehmen? Welche Reformen helfen tatsächlich, um Pflege- und Altersmedizin in Deutschland besser aufzustellen? Neben diesen Strukturaspekten des Gesundheitssystems diskutieren wir die konkrete Umsetzung: Wie kann ein Landkreis im demografischen Wandel die stationäre Versorgung neu organisieren? Was ist zu tun, um die Versorgungsqualität bei neuen Wohnformen zwischen Heim- und Häuslichkeit zu sichern? Wie gelingt der Ausbau integrierter Notfallzentren in ländlichen Gebieten? Sind Verbundsysteme aus Klinik, Reha und Altenhilfe ein Versorgungsmodell der Zukunft?

Kommunen gestalten Demografie


Die Kommunen müssen bei der Gestaltung des demografischen Wandels voneinander lernen. Insofern versteht sich der Kongress auch als eine Lern-Werkstatt für die Kommunen mittels der Vorstellung immer neuer Projekte. In diesem Jahre u.a.: MVZ als Tochter einer Sozialstation; Einsatz der eNurse – der digital vernetzten nichtärztlichen Praxisassistenten; Praxisprojekte zur Revitalisierung von Dörfern, Ortskernen sowie der Gestaltung von Quartieren und Projekte zur Digitalisierung der Kommunen.

Corona-Pandemie

Die Eindämmung der Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Wir sind zuversichtlich, dass wir das in Deutschland meistern werden – durch Zusammenhalt, Besonnenheit, Vernunft und Engagement. Nach menschlichem Ermessen muss – durch die Eindämmungsmaßnahmen – die Zahl der Infizierten sinken.

Wir denken darüber nach, was sein wird, wenn wir den Kongress aufgrund der Corona-Pandemie nicht vor Ort umsetzen können. Unsere Anstrengungen werden in diesem Fall darauf gerichtet sein, den 12. Demografiekongress ansprechend virtuell und digital durchzuführen. Wir wollen die Digitalisierung in Medizin und Pflege vorantreiben, dann muss das auch für die Durchführung eines Kongresses gelten.

 

 

Der Demografiekongress 2020