Der Demografiekongress 2019

Händeringend sucht die Gesundheitsbranche Personal. Was sind aussichtsreiche Lösungen? Intensiv erörtert der Demografiekongress, den wir zum zehnten Mal in Berlin durchführen, zielführende Projekte. Gesetzte Themen sind zudem: „Digitalisierung & Robotik“, „Pflege und Altersmedizin“ sowie „Wohnen & kommunale Gestaltung“.

Personal & Fachkräftemangel


Der Personalmangel in den Gesundheitsberufen ist dramatisch und wird sich weiter verschärfen. Die Gesundheitspolitik reagiert u.a. mit Personaluntergrenzen in Kliniken und mehr Stellen für Pflegekräfte in der Altenhilfe. Kommunen bieten niederlassungsbereiten Ärzten attraktive Konditionen. Hauptsache ein Mediziner ist bereit, als Hausarzt auf dem Land zu arbeiten. Aus der Gesundheitsbranche heißt es aber immer häufiger: die Fachkräfte sind nicht mehr zu bekommen. Es gibt drei sichere Befunde. Erstens: Wir müssen mit weniger Personal mehr Menschen im Gesundheitssystem versorgen. Über die Versorgungslandschaft, die Fachkräftequote und über Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen muss diskutiert werden. Umfassende Arbeitsteilung ist notwendig. Zweitens: Wir brauchen mehr Zuwanderung von Fachkräften. Manche Krankenhäuser arbeiten bereits heute mit Menschen aus 80 Nationen. Gesundheitsunternehmen müssen diese Vielfalt aktiv managen. Drittens: Die Potentiale des einheimischen Arbeitsmarktes sind zu erschließen: Vollzeit statt Teilzeit und eine Steigerung der Anzahl der Erwerbstätigen. Zudem ist eine deutliche Reduzierung der Anzahl von Schul- und Ausbildungsabbrüchen erforderlich.

Digitalisierung & Robotik

Der Veränderungsdruck in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft durch die Digitalisierung wird steigen. Neue Anbieter mit digitaler Plattformstrategie und großer Autonomie der Mitarbeiter drängen auf den Markt. Das niederländische Buurtzorg-Konzept für die Pflegewirtschaft ist ein prominentes Beispiel. Buurtzorg ist betriebswirtschaftlich erfolgreich und hat eine hohe Pflegeproduktivität. Digitalisierung ist eine große Chance zur Sicherung der Versorgung in ländlichen Regionen, Assistenzsysteme und Roboter können Ärzte und Pflegekräfte entlasten; Exoskelette helfen, dass Rückenbeschwerden der Mitarbeiter in der Pflege weniger oder gar nicht auftreten.

Pflege & Altersmedizin

Der Eigenanteil der Heimpatienten soll nicht weiter steigen. Unklar ist, wie die erforderliche Finanzreform der Pflegeversicherung ausgestaltet wird. Beispielsweise werden die Angleichung der Gehälter der Altenpfleger an die der Krankenpfleger und bundesweit einheitliche Personalzahlen erhebliche Mehrkosten auslösen. In einer Gesellschaft des langen Lebens hat die Altersmedizin einen großen Stellenwert. Deutschland ist eines der weltweit führenden Länder in Bereich der Altersmedizin und der medizinischen sowie beruflichen Rehabilitation. Diese Leistungsfähigkeit muss international stärker sichtbar gemacht werden. Der Demografiekongress ist Schaufenster dieser Leistungsfähigkeit. Wir tun viel zu wenig für zielgerichtete Prävention. Bewegung und Ernährung sind zwei Schlüsselfelder für ein langes Leben. Wir stellen in zwei hochkarätigen Kongressforen innovative Ansätze für ein aktives Altern vor.

Wohnen & kommunale Gestaltung

Die eigene Wohnung ist der Gesundheitsstandort der Zukunft. Viele medizinische Werte können zu Hause ermittelt und überwacht werden. Smart Home in Kombination mit Smart Cities wird die ambulante Medizin in die eigene Wohnung transportieren. Um die medizinisch-pflegerische Versorgung auf dem Land zu sichern, benötigen wir neue Ansätze. Telemedizin, Rollende Arztpraxis, Videosprechstunde und Substitution ärztlicher Leistungen an Pflegefachkräfte gehören dazu. Sicher ist aber auch: Nicht jedes Dorf werden wir erhalten können. In einem „Battle of Arguments“ erörtern wir das Thema: „Müssen machen Dörfer aufgegeben werden?“.

Wie immer stellen wir innovative Ansätze erfolgreicher Quartiersarbeit vor und diskutieren, ob es hilft, private Wohnungen in Metropolen zur Begrenzung der Mieten in staatliche Hand zu überführen (Enteignungen).

Der Demografiekongress 2019 vernetzt in 31 Foren mit mehr als 120 Referenten die relevanten Themen und Entscheider in einem Format.

Programm und Überblick